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„You have the freedom of speech but after you make a speech you have no freedom“

Dies erzählte uns Siatra Msandu, eine 18-jährige Jugendaktivistin aus Zimbabwe, am Montag, 16. Januar 2017, über ihr Heimatland.

Siatra ist im Rahmen eines Jugendaustausches des Kinderhilfswerks terre des hommes in Deutschland und besucht mit anderen Jugendlichen Schüler, um mit ihnen zum Thema „Sustainable Development Goals“ zu arbeiten. Uns, den Politikkurs der 12. Klasse von Herrn Romberg, besuchte sie zusammen mit Puran Singh aus Indien und Dilip Kumar Shahi aus Nepal.

Die sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) sind von der UN gesetzte Entwicklungsziele, die bis 2030 erfüllt werden sollen. Zu diesen 17 Zielen gehört zum Beispiel, die Armut weltweit zu beenden oder Ungleichheiten auszugleichen.

Schon eine Woche vor dem Besuch der drei Jugendlichen befasste sich unser Kurs zusammen mit zwei Referentinnen von terre des hommes mit den SDGs und ihrer Bedeutung sowohl für Deutschland als auch für Indien, Nepal und Zimbabwe. Dazu wurden wir in Gruppen eingeteilt, in denen wir am Montag dann auch Gespräche mit den internationalen Jugendlichen geführt haben. So war beispielsweise das SDG, mit dem sich meine Gruppe beschäftigte, das Ziel, die Ungleichheit in und zwischen Ländern zu verringern.
Zu diesem Thema diskutierten wir dann auch mit Dilip Kumar Shahi, einem 24-jährigen Studenten aus Nepal, der sich in seinem Heimatland beim Radio dafür einsetzt, die Bevölkerung über Umweltkatastrophen, Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit aufzuklären. Er selbst lebt auf dem Land und musste einige Tage reisen, um nach Kathmandu zu gelangen. Davon waren allein zwei Tagesstrecken nur zu Fuß zu überwinden. In seinem Dorf, wie auch in vielen anderen Dörfern Nepals, gibt es weder Elektrizität noch Infrastruktur oder freie Ausbildung. Viele ältere Menschen haben noch nie ein Auto gesehen. Die meisten Dorfbewohner Nepals leben ein halbes Jahr von selbst angebauten Lebensmitteln und arbeiten den Rest des Jahres in China oder Indien, da es zu dieser Zeit im Himalaya zu kalt ist, um ihr Essen weiterhin selbst anzubauen, erzählte Dilip.

 
„Die politische Situation in Nepal ist sehr schlecht“, erzählt Dilip uns. Die Regierung mit ihrer jetzigen Verfassung und dem Kastensystem fördert die Entwicklung des Landes nicht. Deshalb wird im Moment an einer neuen Verfassung gearbeitet, von der Dilip sich erhofft, dass es künftig Chancengleichheit, Nachhaltigkeit, weitere Entwicklung und Frieden geben wird.

Eine der anderen Gruppen sprach mit dem 18-jährigen Inder Puran Singh aus Odisha, einem der ärmsten Staaten Indiens. Er lebt in einem Dorf im Wald, das etwa 20 Kilometer von der nächstgrößeren Stadt und einer Anbindung an den Verkehr entfernt liegt. Für die Bewohner seines Dorfes ist der Wald sehr wichtig, da sie hier Essen anbauen können. Da der Staat dort jedoch Teakholz anbaut, wird der Boden unfruchtbar. Deswegen setzt Puran sich in Jugendgruppen dafür ein, den Menschen „kitchen gardening“ näherzubringen. Menschen sollen so lernen, in kleinen Gruppen ihr eigenes Gemüse selbst anzubauen.

Die dritte Gruppe sprach mit Siatra, die sich selbst Sia nennt, was „Hilfe“ heißt. In ihrem Heimatland Zimbabwe gibt es keine freie Ausbildung und Schulen sind sehr teuer. Außerdem hat eine Großteil der Bevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser, weswegen viele Krankheiten entstehen. Deswegen setzt Sia sich schon seit sie fünf Jahre alt war für die Rechte der Kinder in Zimbabwe ein. Dabei ist sie Teil des „citizen journalist projects“, bei dem Jugendliche Artikel über Probleme schreiben, die sie betreffen und somit über die Missstände im Land aufklären. So haben sie sich zuvor gegen die Verheiratung Minderjähriger eingesetzt, da viele Mädchen schon im Alter von 12 Jahren verheiratet wurden. Mittlerweile gibt es ein Gesetz in Zimbabwe, das sicherstellt, dass niemand unter 18 Jahren verheiratet werden darf. Sia erzählte uns jedoch auch, dass man sehr vorsichtig sein müsse, wie man seine Artikel und seine Meinung formuliert, da es in Zimbabwe keine wirklich Meinungsfreiheit gebe.

Als wir mit Dilip über die Unterschiede zwischen Nepal und Deutschland sprachen, sagte er zunächst, es gebe keine. In Nepal sei er morgens aufgestanden und hat draußen Schnee gesehen und in Deutschland steht er morgens auf und sieht derzeit auch Schnee. Nur die Kultur und die Häuser seien verschieden. Außerdem sei er sehr glücklich, dass er die Möglichkeit hatte, nach Deutschland zu kommen. Er sei sehr dankbar, dass Deutschland versucht, Nepal beispielsweise nach dem Erdbeben im letzten Jahr zu helfen.

Für mich persönlich war es sehr interessant, aus erster Hand von den Lebenssituationen anderer Jugendlicher auf der Welt zu hören und zu sehen, wie viel Engagement sie zeigen, um ihren Heimatländern und Gemeinden zu helfen. Ich glaube, dass es für unseren gesamten Kurs eine sehr gute Erfahrung gewesen ist, uns mit Sia, Dilip und Puran austauschen zu können.

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