Ursulaschule Osnabrück

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Rund um die Lunge

Langatmig war unser Besuch beim Lungenfacharzt Dr. Hünermann sicherlich nicht. Als wir seiner Praxis an einem Dienstag vor den Ferien mit unserem Medizin-Physik-Kurs einen Besuch abgestattet haben, wurden uns tiefere Einblicke in das medizinische Arbeiten eines Profis gewährt und auch Themenbereiche beleuchtet, die im Unterricht wenig Platz finden. Nach einer kurzen Begrüßung wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Anfänglich sorgte die Ankündigung Dr. Hünermanns, er wolle uns seinen Body zeigen, für Verwirrung.

Später, als wir in einen separaten Raum geführt wurden, stellte sich jedoch heraus, dass „Body" nur die Abkürzung für „Bodyplethysmografie" ist, mit der die große Lungenfunktion bestimmt wird. Neben Lungenvolumen und Flussgeschwindigkeit, die sich auch mit dem Spirometer unserer Schule messen lassen, kann man mit der Bodyplethysmografie noch zahlreiche andere interessante Kriterien der Lunge feststellen, wie beispielsweise Atemwegswiderstand (RAW) und das sogenannte Residualvolumen (RV), womit das Luftvolumen gemeint ist, das selbst nach vollständigem Ausatmen in der Lunge verbleibt.

Die einmalige Chance, das „Glashäuschen“ einmal auszuprobieren, wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Unsere Mitschülerin Benita stellte sich also bereit, Versuchskaninchen für uns zu spielen. Hierbei mussten wir ungewollt erfahren, welchen Einfluss die Größe des Patienten auf die prozentualen Werte hat, die die Funktion der Lunge angeben, denn aufgrund eines Tippfehlers wurde unsere Testperson kurzerhand vier Zentimeter „kleiner gemacht" als sie eigentlich ist. Das Resultat: Das Lungenvolumen wurde, gemessen an den empfohlenen Soll-Werten, ganze 7 Prozent höher errechnet, als der reale Wert, der bei Benita bei 116 Prozent liegt.
 
Beim Gespräch mit Dr. Hünermann wurden uns zudem CT-Aufnahmen gezeigt, bei denen verschiedene Lungenfunktionsstörungen zu erkennen waren. Außerdem hat er für uns über den Tag verteilt verschiedene Lungenfunktionsanalysen gesammelt und uns gezeigt, wie Kurven von älteren, kranken oder auch gesunden Patienten, die bei der Messung nicht den Anweisungen der Arzthelferin gefolgt sind, aussehen.
 
Insgesamt war unser Besuch also definitiv lohnenswert und eine spannende Bereicherung für unseren theoretischen Schulalltag. Ein großer Dank dafür gilt Herrn Dr. Hünermann und seinem Team!
 

Das Seminarfach „Medizinische Physik“ wurde bisher gefördert durch: Marienhospital Osnabrück – Dom Apotheke Osnabrück – GE Healthcare – Klinikum Osnabrück

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