gestalten
Der Schultag
Wie verteilen sich 33 und mehr Wochenstunden auf eine Schulwoche? Um sinnvolles Lernen zu gewährleisten, haben wir uns für eine klare Strukturierung der Schulwoche entschieden. Für die Klassen 5 und 6 endet der Unterricht täglich nach der 6. Stunde. Ab Klasse 7 gibt es einen langen Schultag in der Woche – mittwochs für die Klassen 7 bis 9, montags für die höheren Jahrgänge. An diesen „langen“ Tagen haben alle Lerngruppen 60 Minuten Mittagspause: Nach einem Mittagessen mit zwei Menüs zur Auswahl gibt es Angebote für Sport, Spiel, Entspannung, kreatives Tun und die Möglichkeit, Hausaufgaben – auch betreut – zu erledigen. Vom „langen“ Tag auf den nächsten werden keine Hausaufgaben gestellt.
Dienstags, donnerstags und freitags können unsere Schülerinnen und Schüler nach der 6. Stunde an Arbeitsgemeinschaften teilnehmen, Aktivitäten in Verein und Pfarrgemeinde vorsehen oder bei Fördertraining und „Schüler helfen Schülern“ mitmachen.
Zunehmend planen wir Doppelstunden ein: Das „entschleunigt“ den Schultag für Schüler und Lehrer; Lernen und Arbeiten in größeren Zusammenhängen und mit mehr Selbsttätigkeit werden möglich. Weniger Fächer an einem Tag bedeuten auch weniger Schulbücher; die Schultaschen werden leichter.
Zum Beispiel: Stundenplan Klassen 7
| Mo |
Di | Mi | Do | Fr | |
| 1 | Englisch | Sport | Geschichte | Englisch | Physik |
| 2 | Religion | Sport | Geschichte | Biologie | Physik |
| 3 | Mathematik | Englisch | Chemie | Mathematik | Latein |
| 4 | Mathematik | Latein | Chemie | Deutsch | Deutsch |
| 5 | Biologie | Deutsch | Englisch | Musik | Mathematik |
| 6 | Latein | Deutsch | Mittagspause | Musik | Religion |
| 7 | AG/ShS | Kunst | AG/Förder | ||
| 8 | Kunst | ||||
| 9 | AG | Latein | AG |
Schulkultur
Ausdrucksformen christlicher Kultur werden in unserer Gesellschaft nicht mehr selbstverständlich mitgeteilt und angenommen. Vermehrt ist nachzudenken über Möglichkeiten und Grenzen von gottesdienstlichen Feiern in der Schule. Vor diesem Hintergrund gestalten Schüler und Lehrer Gottesdienste als große gemeinschaftliche Feiern, aber auch als stille, eher dem Gebet zugewandte Wortgottesdienste in kleinerem Kreis.
Fragen zur religiösen Gestaltung des Schullebens sind eng verbunden mit Fragen zur Schulkultur. In einem Projekt wie dem Sozialpraktikum werden die eng verwobenen Bezüge zwischen Pastoral und Schulkultur erkennbar. Dabei kann deutlicher werden, was die Ursulaschule leisten kann und inwiefern sie „kulturbildend“ über den Unterricht hinaus wirken sollte - und wo Grenzen gesteckt werden müssen. Alle an Schulkultur und Schulpastoral beteiligten Schülerinnen und Schüler und die sie begleitenden Lehrer haben eines gemeinsam: dass sie die Schule als „Haus des Lernens“ um eine wichtige Facette bereichern, sie zu einer Stätte der Kultur machen wollen, wie nur sie es können. Im weiteren Sinne verstehen wir unter Schulkultur auch die Vielzahl an kulturellen Aktivitäten, die Ausdruck finden in Arbeitsgemeinschaften aus Kunst, Theater, Musik und Literatur. Ebenso finden mehrfach im Jahr Konzerte (Sommerkonzert, Kirchenkonzert, Solistenkonzert) statt: Im Chor, Orchester, in der Bigband wird kulturelles Erbe im Spiel und mit Spaß und Freude an die Zuhörer und Zuschauer gebracht.
Zum Beispiel: Zusammenarbeit mit den Städtischen Bühnen Osnabrück
Die Zusammenarbeit zwischen den in unmittelbarer Nachbarschaft liegenden Städtischen Bühnen Osnabrück und der Ursulaschule besteht seit dem Schuljahr 2006/2007. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler langfristig an das Theater in seinen unterschiedlichsten Formen heranzuführen. Durch die Auseinandersetzung mit den Werken und ihren Inszenierungen sowie durch die Kontaktaufnahme mit Schauspielern, Musikern und Regisseuren soll Interesse geweckt werden, das einen vertieften Zugang zu Literatur, Musik und Schauspielkultur ermöglicht.
Im Verlauf eines Schuljahres besucht jeder Jahrgang der Ursulaschule eine Aufführung des Jugendtheaters, des Schauspiels oder des Musik- und Tanztheaters. Die Städtischen Bühnen stellen hierfür vergünstigte Karten zur Verfügung und bieten an, die Aufführungen mit Theaterpädagogen vor- oder nachzubereiten.
Auch mit dem Osnabrücker Symphonieorchester arbeitet die Ursulaschule zusammen. Ein Beispiel hierfür sind neben Schülerkonzerten und Probenbesuchen die MOVING THEATRE-Projekte, die sich zum Ziel gesetzt haben, die musikalische Kreativität von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Sie sollen Gelegenheit dazu bekommen, klassische Musik aktiv mitzuerleben und zu gestalten, indem sie gemeinsam ein eigenes Werk schaffen. Die Projekte, deren Themen an den Konzertspielplan des Osnabrücker Symphonieorchesters gebunden sind, werden im Rahmen des Musikunterrichtes erarbeitet. Alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse nehmen teil, unabhängig davon, ob sie bereits ein Instrument spielen oder nicht. Unterstützt werden sie dabei nicht nur von ihrem Musiklehrer, sondern auch von Mitgliedern des Symphonieorchesters.
Kindern und Jugendlichen vielfältige Wege zur Musik zu eröffnen, ist auch das Ziel der Reihe KLASSE(N) UNIMUSIK! des Fachbereiches Musik an der Universität Osnabrück, an der sich auch Schüler der Ursulaschule beteiligen. Angeboten werden zum einen Schülerkonzerte, für die eine Klasse mit Studierenden und Dozenten einen Beitrag erarbeitet, der dann im Schloss oder in der Schule präsentiert wird. Zum anderen besteht für die Schüler die Möglichkeit, zusammen mit Studierenden und Dozenten an einem Workshop teilzunehmen.
Schulpastoral
„Eltern, Schüler, Lehrer und die Mitarbeiter der Schule übernehmen aus ihrer gelebten christlichen Überzeugung heraus Verantwortung füreinander und für den Lern- und Lebensort Schule. Als Christen wollen sie damit einen Beitrag leisten zur Mitgestaltung eines humanen Schullebens, das auch immer eine ausgeprägte schulische Lern- und Leistungskultur mit einschließt." (Die deutschen Bischöfe, Kommission für Erziehung und Schule, Schulpastoral - der Dienst der Kirche an der Schule im Handlungsfeld Schule, 1996, S. 13)
Im Geiste dieser Definition von „Schulpastoral“ versuchen wir an der Ursulaschule so miteinander umzugehen, dass Unterricht und Schulleben eng miteinander verbunden sind. Wir möchten erreichen, dass Schüler, Eltern, Lehrer und Mitarbeiter sich als eine Gemeinschaft erfahren, in der sich jeder auf seine Weise engagieren kann, in der jeder mit seiner persönlichen Weltanschauung und Glaubenssituation ernst genommen wird und in der sich jeder als Person und in seiner individuellen Lebenssituation angenommen fühlt.
In unserem Verständnis von Schule als einer Lern- und Lebenswelt bilden Feste und Feiern einen unverzichtbaren Bestandteil der Schulkultur: Schulfeste, Abiturbälle und adventliche Stunden sind Ausdruck der Vielfalt unseres Feierns.
Feiern ermöglichen darüber hinaus religiöse Erfahrungen. Dies gilt für die regelmäßig angebotenen Gottesdienste genauso wie für alternative Formen religiösen Feierns wie Liturgische Nächte, Kreuzwege in der Passionszeit oder die Gestaltung des Franziskusfestes. Dabei beziehen wir sowohl Formen des Theaters als auch literarische Texte ein und wollen so auch Schüler, die mit den traditionellen liturgischen Formen nicht mehr so vertraut sind, zum Mitfeiern einladen.
Wesentliche Kennzeichen einer Schulgemeinschaft, die sich am Geist des Evangeliums orientiert, sind Wahrnehmungsbereitschaft und Sorge füreinander. Unsere Offenheit gilt daher in besonderem Maße auch den Suchenden und Fragenden und schließt die Pflicht ein, Verantwortung für Menschen in Not und für unsere Umwelt zu übernehmen.
Schulpastoral heißt konkret:
- Verantwortung übernehmen in Projekten, im sozialen Praktikum, bei der Gestaltung von Festen und Feiern, in der Pflege des Schulgartens, beim Engagement für die „Eine Welt“
- Ressourcen zur Verfügung stellen – z-B. Entlastungsstunden für das Leitungsteam Schulpastoral
- Momente der Stille und der Unterbrechung suchen und finden
- Tage der Orientierung erleben und gestalten in den Klassen 5 und 9 sowie in der Jahrgangsstufe 12 – oder einfach an einem Klassentag außerhalb der Schule Aktuelles bedenken und diskutieren
- sich Zeit nehmen für Besinnung und Gebet zum Beginn jeden Schultages – z. B. mit unserem Gebetbuch „Minuten am Morgen“
- besondere liturgische Anlässe wie Kreuzweg, Adventszeit oder Franziskusfest mit Eltern, Schülern und Lehrern gestalten
- Feiern und Meditationen vorbereiten – unterstützt von einzelnen Klassen, Kursen oder ganzen Jahrgängen
- einmal im Monat in einer kleinen Gruppe mit Schülern der Oberstufe und Lehrern im „Raum der Stille“ Eucharistie feiern – begleitet von einem Priester des Teams, das uns unterstützt.
Arbeitsgemeinschaften
Die Arbeit in der Schule umfasst nicht nur das Lernen im kognitiven Bereich, sondern muss auch emotionale und kreative Fähigkeiten fördern. An unserer Schule hat jeder Schüler die Möglichkeit, außerhalb der Unterrichtszeit persönliche Interessen und Neigungen zu entwickeln und auszubilden. Eine Vielzahl von Arbeitsgemeinschaften, die mit großem Engagement durchgeführt werden, bereichert unser Schulleben. Zurzeit bietet die Ursulaschule ca. 30 Arbeitsgemeinschaften an (Sport, Musik, Kunst, Naturwissenschaften, Theater, Tanz, Sprachen). Es gibt eigene Arbeits-gemeinschaften für die jüngeren und für die älteren Schüler und solche, in denen jüngere und ältere Schüler zusammenarbeiten.
| Chor | Basketball | Badminton | Theater Sek II |
Energie-AG | Malerei |
| Spanisch | Jungen-Fussball | Rudern | Theater Oberstufe |
Medien | Kunst für Fortgeschrittene |
| Orchester | Mädchen-Fussball | Homepage | Musik- und Literaturcafé |
Botanik | Mediendesign |
| Bigband | Ultimate Frisbee | DELF: Französisch-Zertifikat |
Entspannung | Tischkultur | Kunstvermittlung |
| Band | Skikurs | Forscher-AG | Der kleine Kunstsalon |
Zum Beispiel: Theater
Die beiden Theatergruppen für Schüler der Sekundarstufe I und für Schüler der Oberstufe bieten jungen Künstlern und angehenden Technikern mit handwerklichem Geschick ein reichhaltiges Betätigungsfeld. Gesucht werden: Schauspieler, Dichter, Musikanten, Bühnenbildner, Lichttechniker, Organisationstalente. Sie alle arbeiten zusammen, jeder auf seine Weise, um ein Theaterstück einzustudieren und die Aufführung vor den Mitschülern, den Eltern und Interessierten gemeinsam vorzubereiten.
Schüler der Mittelstufe wählen altersgerechte Stoffe und Geschichten wie Myron Levoys „Der gelbe Vogel“ oder Klassiker wie „Das Gespenst von Canterville“ , die zum Teil mit viel Talent umgeschrieben werden müssen, um aufgeführt werden zu können, während die Oberstufe meist vorhandene Bühnenwerke aufgreift und inszeniert. So standen Stücke von Brecht und Shakespeare, Komödien von Molière und Oscar Wilde auf dem Spielplan. Umstrittene Stücke und Szenen wie Dieter Fortes Darstellung des Reformators Luther oder Peter Weiss’ Theater über den Auschwitz-Prozess wurden aufgenommen und trugen auf ihre Weise dazu bei, die Schule als kulturellen Ort lebendig zu halten. Das Engagement der Beteiligten und ihre Leistungen wurden mit einem Preis der Fromm-Stiftung honoriert.
Zum Beispiel: Musik- und Literaturcafé
Zuhören steht im Musik- und Literaturcafé im Mittelpunkt: Schülerinnen und Schüler lesen an mehreren Abenden im Schuljahr aus bekannten und weniger bekannten Werken vor, begleitet von herausragenden musikalischen Darbietungen mehrerer Solisten.
Zum Beispiel: Kunst
Eine Besonderheit stellen drei Arbeitsgemeinschaften dar, die von einer freischaffenden Künstlerin geleitet werden: Im „Kleinen Kunstsalon“ lesen, zeichnen und malen die jüngeren, in den Veranstaltungen „Kunst für Fortgeschrittene“ und „Kunstvermittlung“ können die älteren Schülerinnen und Schüler individuelle künstlerische Ausdrucksweisen entwickeln. Darüber hinaus wird hier durch das Erstellen der Bewerbungsmappe eine gezielte Vorbereitung für das Aufnahmeverfahren an Kunsthochschulen oder Fachhochschulen für Gestaltung angeboten.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Schule kommt der Arbeitsgemeinschaft „Mediendesign“ eine besondere Bedeutung zu. Die Schüler entwerfen das Layout von Plakaten, Flyern, Broschüren, u. a. auch des Jahresberichts und erstellen druckfertige Datensätze. Die Teilnahme verpflichtet zur verantwortlichen Produktion der Publikationen und damit zu einer termingebundenen Arbeit. Indem die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft ihre Fähigkeiten auch in der Schülerfirma „ursulayout“ einsetzen, wird der unmittelbar berufsvorbereitende Charakter dieses Angebots erweitert.
Die Ergebnisse des Kunstunterrichts und der Arbeitsgemeinschaften prägen die Gestaltung der Schulräume. Einen herausgehobenen Rahmen für die Präsentation der Arbeitsergebnisse bietet die Schulgalerie. Die Arbeitsgemeinschaft “Kunstvermittlung“ organisiert hier zusätzlich Kunstausstellungen; so begegnen Schüler und Lehrer verschiedenen Künstlern aus der Region.
Zum Beispiel: Schöpfungsgarten
In unserem Projekt „Schöpfungsgarten“ haben alle Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, einheimische Pflanzen und Tiere kennen zu lernen und sich aktiv für den Erhalt der Schöpfung einzusetzen. Auf unserem gesamten Schulgelände versuchen wir, wilden Blumen und heimischen Tieren eine Heimat zu schaffen. Im Schulgarten blühen sehr seltene Wildblumen wie „Diptam“ und „Kleine Wachsblume“ oder das vom Aussterben bedrohte „Sommeradonisröschen“. In den letzten Jahren konnten auf dem Schulgelände Solitärbienen, Mauersegler und Gebirgsstelzen angesiedelt werden. Seit 1999 gibt es bei uns eine kleine Sensation: Ein Eisvogelpärchen lebt am Haseufer in unmittelbarer Nähe des Schulgeländes. In Zusammenarbeit mit der Stadt Osnabrück entwickelten die Schülerinnen und Schüler unserer Schule ein Schutzkonzept und führten zahlreiche Maßnahmen für die Eisvögel durch. Elf erfolgreiche Bruten mit zuletzt sieben flügge gewordenen Jungvögeln sind ein schönes Zeichen für den Erfolg unseres Projektes.
Wettbewerbe
Die Teilnahme an Wettbewerben ist motivierend und fördert eine nachhaltige Lernkultur. Regelmäßig nimmt die Ursulaschule an Wettbewerben teil:
- Bundeswettbewerb Fremdsprachen (Einzel- und Gruppenwettbewerb)
- Landeswettbewerb Alte Fremdsprachen
- Osnabrücker Mathematik-Olympiade (OMO)
- Mathematik-Olympiade in Niedersachsen
- Känguru-Wettbewerb (Mathematik)
- National Geographic Wissen
- Roboter-Wettbewerbe (Roboking; Lego League)
- Vorlesewettbewerb
- Vorlesewettbewerb Englisch (erstmals 2008)
- Badminton
- Osnabrücker Schwimmwettbewerb
Zu den größten Erfolgen zählen Einzel- und Gruppensiege im Bundeswettbewerb Fremdsprachen (1. Platz 2006/2007; 2. Platz 2007/2008). Im Wettbewerb Alte Fremdsprachen werden jährlich landesweit drei Plätze der Studienstiftung vergeben; 2008 errangen Ursulaschülerinnen zwei der drei Plätze.





