Ursulaschule Osnabrück

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Internationaler Besuch

Reshma Khan aus Indien und Alejandra López aus Bolivien waren am Donnerstag zu Besuch in der Ursulaschule. Die beiden engagieren sich unter dem Dach der Organisation terre des hommes für Kinderrechte und Klimaschutz. In der sechsten Stunden sprachen sie vor den Schülern der Jahrgangsstufe 10 in der Aula und zeigten Videos aus ihrer Heimat.

Ursulaschülerin Leonie Brinkmann (Jahrgangsstufe 10) beschreibt, wie sie den Vortrag erlebt hat:

„Bilder aus Indien und Bolivien, die zum Nachdenken anregen
Am Donnerstag, den 26. September, in der sechsten Stunde stellten sich die Organisation  „terre des hommes“ (französisch für „Erde der Menschlichkeit“) und zwei seiner Teilnehmer aus Südamerika und Asien vor.
Zuerst erhielten die Schüler einige Informationen über die Organisation terre des hommes, die Kinder in Not auf der ganzen Welt mit verschiedenen Projekten unterstützt. Ehrenamtliche Mitarbeiter konzentrieren sich dabei vor allem auf die Beachtung der Kinderrechte, wozu beispielsweise gerechte Behandlung bei Kinderarbeit, Bildung, Gesundheit und Schutz vor Krieg und Gewalt gehören. Mit dem Besuch mehrerer Schulen wollen sie auf ihre Projekte hinweisen und hoffen, dass viele in Zukunft z.B. durch Spenden etwas zur Verbesserung der Verhältnisse beitragen werden.
Dann wurden zwei junge Frauen in kurzen Filmen vorgestellt, die sich aktiv für Kinderrechte engagieren. Sie sind zwei von fünf Personen, die zur Vorstellung der Projekte in Mittel- und Südamerika, Asien und Afrika angereist sind, und verschiedene Schulen in Deutschland besuchen, zum einen um die deutsche Kultur kennenzulernen, zum anderen aber natürlich auch, um die Fragen der Schüler zu beantworten.
Als erstes wurde ein Film über Reshma Khan gezeigt, die von den schwierigen Verhältnissen in dem indischen Slum erzählt, in dem sie aufgewachsen ist. Ihre Eltern hatten, wie die meisten indischen Eltern, der Bildung von Mädchen wenig Bedeutung beigemessen, weshalb Reshma gearbeitet hat, anstatt zur Schule zu gehen, obwohl das ihr großer Wunsch war. Erst nach monatelangen Gesprächen mit Mitgliedern von terre des hommes erlaubte ihre Mutter ihr, zur Schule zu gehen. Diese ist kostenlos, weshalb sie nicht so ist, wie wir uns eine Schule vorstellen, sondern lediglich aus einer Lehrerin und 30 bis 60 Schülern besteht, wie Reshma nach dem Film auf die Frage einer Schülerin antwortete.
Im Film wurde erklärt, dass sie später auch die Unterstützung ihrer Eltern erhielt, aber trotzdem neben der Schule auch Teppiche knüpfen musste. Heute ist Reshma keine Schülerin mehr, sondern berät mit einigen anderen jungen Menschen die Kinder in ihrem Heimatort, die Probleme haben. Gemeinsam mit der Organisation „Childline“ hilft sie diesen Kindern und sensibilisiert sie außerdem für die Umwelt, da dies ein wichtiger Teil ihres Lebens ist und der Schutz der Natur alle etwas angeht.
Im Anschluss an den Film hatten die Ursulaschüler die Chance, Reshma ihre Fragen persönlich zu stellen. Diese beantwortete sie dann auch ausführlich mithilfe einer Übersetzerin. So erklärte sie, dass sie seit ungefähr zehn Jahren als Ansprechpartnerin zum Thema Kinderrechte und Umwelt zur Verfügung steht, als eine Art Sozialarbeiterin, und dass ihre Eltern mittlerweile vollkommen einverstanden sind. Ihr größter Erfolg war die Verhinderung der Zwangsverheiratung eines 14-jährigen Mädchens, erzählte sie, und die Stadt Osnabrück beschrieb sie als schön, auch wenn es sehr viele Unterschiede zu Indien gibt.
Danach wurde der Film über die aus Bolivien stammende Alejandra López gezeigt. Sie geht zur Universität und engagiert sich in ihrer Freizeit sehr viel bei einer Organisation, die auf Deutsch in etwa „Sonnenstrahlen einfangen“ bedeutet. Hierbei geht es den Mitarbeitern vor allem um die Bewahrung der Vielfalt an Kulturen, Landschaften, Pflanzen und Tieren. In dem Verein lernen sie und die Kinder, von denen viele mitmachen, wie solche Vereine aufgebaut und organisiert sind und treffen auch selbst Entscheidungen. Sie haben sogar schon selbst Gesetze formuliert, die dann auch in Kraft getreten sind, und beschäftigen sich viel mit der Behandlung von Kinderarbeitern, der Geschichte und den Zielen Boliviens und der Menschheit und der Verpflegung, welches auch die Themen sind, die sie mit Erwachsenen besprechen. Ein wichtiges Ziel von dem Verein, bei dem Alejandra tätig ist, ist außerdem die Erhaltung der vielfältigen, indianischen Kultur, die früher in Südamerika sehr verbreitet war, jedoch immer mehr in den Schatten der modernen, technischen Welt rückt.
Auf die Frage, ob sie schon viel erreicht haben, antwortete Alejandra, dass viele Bewohner ihrer Heimat endlich wieder die Kultur und vor allem die Stimmen der Kinder wahrnehmen, was ihr und ihren Kollegen natürlich viel bedeutet.“
 
Die beiden Gäste aus Indien und Bolivien, die von Übersetzerin Natalia González unterstützt wurden, sind im Rahmen einer terre des hommes-Schüleraktion in Osnabrück unterwegs. Diese Aktion soll einen Austausch zwischen jungen Menschen aus den terre des hommes-Projektregionen und Schülern in Deutschland fördern. Die Aktion ist Teil der Kampagne „Kinder haften für ihre Eltern: Stoppt Naturzerstörung – Gesunde Umwelt für alle Kinder“, mit der sich terre des hommes für die internationale Stärkung des Rechts auf eine gesunde Umwelt einsetzt.

Nach ihrem Vortrag in der Aula trafen die beiden Gäste im Pavillon auf Schüler der Jahrgangsstufe 11 sowie Klimabotschafter des internationalen Projekts youthinkgreen. Auch hier tauchten die Ursulaschüler in den Lebensalltag ihrer Gäste ein. Für ein schwungvolles Ende sorgten Planflötenmusik aus Bolivien sowie ein traditioneller Tanz, den Alejandra López den Ursulaschülern beibrachte.

Os1.tv hat vom internationalen Besuch an der Ursulaschule berichtet (ab 6:54 Min.).

2013-10-02 terre-des-hommes03

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