Unter Rot- und Braunkappen
Erstellt am Donnerstag, 19. November 2009 21:22 Geschrieben von Asta-Maria Bachmann Zugriffe: 1100

Pilzkundliche Exkursionen der 5. Klassen in den Ruller Wald.
Kennt Ihr/Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Lamellen- und einem Röhrenpilz?
Für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen der Ursulaschule ist die Beantwortung dieser Frage seit unseren pilzkundlichen Exkursionen in das Wiehengebirge während der Assisi-Woche kein Problem mehr.
Nachdem Herr Pietschmann die zentralen Unterschiede anhand von am Vorabend gesammelten Exemplaren vorgestellt und schon mal Beispiele von Pilzen, die im Wald von Rulle zu finden seien, vorgeführt hatte (Espenrotkappen, Braunkappen oder Maronen, Steinpilze, Butterpilze, Birkenpilze, alles Röhrlinge!), ging es auf die Suche. Die Lamellenpilze – potenziell eher giftig! – ließen wir erst mal beiseite, zumal es, wie wir hörten, den attraktiven Pfifferling an unserem Standort sowieso nicht gäbe.

Und obwohl für ein Erwachsenenauge der Wald wie leergefegt von Pilzen wirkte und Herr Pietschmann die Hoffnung auf die wunderhübschen Rotkappen als sehr gering einschätzte – u.a. aufgrund der großen Trockenheit in diesem Jahr -, schallte es nach kurzer Zeit von vielen Seiten durch den Wald: „Herr Pietschmann, Herr Pietschmann, was ist das für einer...? Und es waren dann erstaunlich viele Espenrotkappen dabei!
Deren Name sagt schon etwas über die bevorzugten Standorte dieses Pilzes. Unter Pappeln (Espen) oder an Waldrändern ist die Rotkappe gern zu finden, in grasigem, moosigem Gelände.
Deshalb mussten wir später den Standort wechseln, um auch noch andere Sorten zu finden: weg aus dem Kiefern- und Pappelwald zu durchmischten Kiefer- und Birkenbeständen, wo sowohl der leckere Birkenpilz als auch Steinpilze (z.T. riesige Exemplare!) den Weg in für den Transport fein mit Tannenzweigen und Reisig ausgepolsterte Taschen und Tüten der Schülerinnen und Schüler fanden.
Natürlich entdeckten wir auch die giftigen! Z.B. vergesellschaften sich Fliegenpilze gern mit Steinpilzen. Aber auch dem nicht zum Verzehr zu empfehlenden Hallimasch (löst u.U. Magen- und Darmbeschwerden aus!) sind wir begegnet und dem hochgiftigen Weißen Knollenblätterpilz, den man mit einem Waldchampignon verwechseln könnte...Da gab es dann die Sorge, ob der so giftig sei, dass man nun nicht mehr das Picknickbrot anfassen dürfe...
Alle Sorgen wurden beseitigt. Äußerst zufrieden stiefelten alle mit mehr oder weniger gefüllten Tüten zum Bus zurück. Bleibt zum Schluss die Frage, wie viele Pilzgerichte es an den Exkursionsabenden wohl zu Hause gegeben hat....???






