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Umweltdiktatur oder doch lieber Ökodemokratie?

Klimawandel, ein Thema, das jeder kennt. Denn alle tragen dazu bei, doch keiner will es gewesen sein. Niemand, der sich dafür verantwortlich fühlt. Was können alle, was können wir, was kann ich tun? Muss ich jeden Morgen mit dem SUV zum Bäcker fahren? Muss ich zwei Mal im Jahr in den Urlaub fliegen? Muss ich meine Kleidung von Amazon und Co aus Amerika bestellen? Muss ich nichtsaisonale-überregionale Lebensmittel kaufen? Brauche ich den täglichen Fleisch- und Fischkonsum? Muss ich immer bei den neusten Trends mitmachen?

Was haben die Antworten auf all diese Fragen mit dem Klimawandel zu tun? Michael Kopatz, Umweltwissenschaftler vom „Wuppertal Institut Klima, Umwelt, Energie“ und für die Grünen Mitglied im Osnabrücker Stadtrat gab am 10. Januar 2017 in der Aula der Ursulaschule den 8. und 9. Klassen umfassend Auskunft zu diesen Themen.

Der Mensch: faul, bequem, gierig und egoistisch. Er will haben, haben, haben und denkt nicht an seine Umwelt und die Konsequenzen, die dieses Verhalten mit sich bringt. Gut, oft betrifft es ihn ja nicht, bzw. bekommt er die Folgen seiner Taten zum Großteil auch nicht mit, zum Beispiel dass für sein morgendliches Nutella-Brot Fußballfelder große Flächen Regenwald abgeholzt werden und sich dadurch das Klima verändert oder verändern wird. Die Folgen unseres Konsums sind jahrelange Trockenzeiten wie in Brasilien, schneelose Winter in den Alpenregionen, sintflutartige Niederschläge in Flussregionen, verheerende Orkane weltweit und weiteres. Prozesse wie der Klimawandel gehen stetig, aber eben nur sehr geringfügig voran, so dass man die Auswirkungen erst Jahre später bemerken wird. Unsere Kinder und Enkelkinder werden die Folgen zu spüren bekommen. Es leiden Mensch und Umwelt. Sogar ganze Arten werden auf immer vernichtet, als Folge unseres heutigen Tuns.

Aber das kann uns ja egal sein, oder? Ist uns das wirklich egal? Wollen wir wirklich so weiter machen und unsere Erde zerstören, den einzigen uns bekannten belebbaren Planeten im Universum? Wir leben unser Leben auf Kosten anderer. Wir leben so, als hätten wir vier Erden und nicht eine, sagte Michael Kopatz zu Beginn seines Vortrags.

Wir kümmern uns nicht um unseren ökologischen Fußabdruck. „Wäre ja auch total uncool.“ „Ich alleine, kann doch auch nichts anrichten“, ist die Einstellung vieler. Und das ist traurig. Sehr viele sind für den Klimaschutz, empfinden ihn als wichtig, doch keiner unternimmt etwas, ändert etwas. Denn „Menschen tun oft nicht das, was eigentlich richtig ist“, so Michael Kopatz. Wir kaufen gerne neue Produkte, obwohl wir noch genügend ältere funktionstüchtige haben, die aber vielleicht nicht dem neuesten Trend entsprechen. Wir beteiligen uns am Gruppenzwang. Unterwerfen uns den Must-haves. Wir leben gerne im Luxus. Wir nehmen den bequemen, einfachen Weg – fahren Auto statt Fahrrad, bleiben bei unserer alten umweltschädlichen Routine. Warum? Der Mensch verschließt die Augen vor der Wahrheit. Was ihm nicht gefällt, verdrängt er. Doch dadurch lösen sich die Probleme nicht.

Kopatz benannte verschiedene Lösungen: Wir müssen aktiv handeln. Politiker müssen aktiv handeln, auch wenn ihre Maßnahmen unpopulär sein werden und Wählerstimmen kosten könnten. Schließlich geht es um das Wohl aller, was ja auch wohl allen am Herzen liegen sollte. Wir schaffen es nicht, uns von selbst zu bessern, etwas zu ändern, obwohl wir alle wissen, wie wichtig das Thema ist, das uns alle betrifft, für das wir alle verantwortlich sind. Wir erwarten von unseren Politikern, dass sie gegen unsere Trägheit, unsere Borniertheit und unsere Ignoranz das tun, wofür sie angetreten sind: Sie sollten auch mutige Entscheidungen treffen, die zum Verlust von Wählerstimmen führen könnten
 
Abschließend haben wir noch einen Verbesserungsvorschlag für den Referenten Michael Kopatz. Vielleicht wollen Sie dies ja auch in ihrem Buch als weiteren Punkt aufnehmen. Der Verkauf von Hardcover-Büchern (mit Schutzumschlag) sollte eingestellt werden. Taschenbücher sind nicht nur handlicher, sondern auch umweltfreundlicher, da dadurch weniger Ressourcen verbraucht werden. Dass das neueste Buch von Michael Kopatz („Ökoroutine“) einen Schutzumschlag hat, hat uns schon etwas gewundert. Schließlich geht es in dem Buch darum, besser und nachhaltiger zu leben. Zudem war nirgendwo zu lesen, ob die Flyer zum Buch, die übrigens aus dicker Pappe und farblich bedruckt waren, aus Recycling-Papier hergestellt wurden.

Dies unsere kleine Kritik. Ansonsten hat uns der Vortrag von Herrn Kopatz sehr gut gefallen. Hoffentlich bringen Ihre Vorträge auch noch andere Schülerinnen und Schüler sowie Erwachsene dazu, mehr auf die Umwelt und das eigene Verhalten zu achten.

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