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Flucht ohne Ende

Am 24. Januar 2019 durften die Prüfungskurse der Jahrgangsstufen 20 und 12 im Fach Geschichte Prof. Dr. Jochen Oltmer vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (Osnabrück) in der Aula begrüßen. Passend zu dem Schwerpunktthema „Flucht, Vertreibung und Umsiedlung im Umfeld des Zweiten Weltkriegs“ stand ein Vortrag über Migration und deren Auswirkungen im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart an.

Gegensätzlich zu bestehenden politischen Diskursen ordnete der Historiker mögliche Migrationsgründe den Folgen von Gewalt sowie Katastrophen und der Hoffnung auf menschenwürdige Lebensbedingungen zu und betonte die umfangreichen Voraussetzungen für Migration. Entsprechend seien 2018 nur etwa drei Prozent der Weltbevölkerung im globalen Kontext in Bewegung gewesen; zwischen 1989 und 2015 sei im Verhältnis zum Anstieg der weltweiten Bevölkerung eine Stabilität der Migrationszahlen zu erkennen.

Mit humorvollen Randkommentaren, wie „Stellt euch vor, ihr seid Staaten!“, gelang es Jochen Oltmer, greifbar zu machen, warum Vertreibung vor allem im Kontext von Kriegen eine Rolle spielt und Minderheiten als Gefahr für die Gemeinschaftsbildung wahrgenommen werden. Anhand der Unübersichtlichkeit einer Europakarte wurden die Ausmaße von gewaltvoller Migration im Umfeld des Zweiten Weltkriegs eindrucksvoll dargestellt.

Für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 bot der Vortrag in dem Sinne einen Mehrwert, dass Definitionen rund um das Modulthema aufgefrischt und mithilfe von prägnanten Beispielen und Zahlenwerten angereichert wurden, wie etwa mit einem Diagramm, das den Anstieg der Bevölkerungszahlen des Bundesgebietes zwischen 1939 und 1950 um 21,2 Prozent verdeutlichte. Besonderes Interesse galt der Frage, warum die Flüchtlinge nach 1945 in der BRD unterschiedlich verteilt waren, was Jochen Oltmer u. a. mit einer Perspektive auf Rückkehr, aber auch mit der bewussten Wohnortwahl, z. B. gemäß der vorherrschenden Konfession am neuen Wohnort, begründete. Auf sprachlicher Ebene schaffte der Historiker ein Bewusstsein für die Hintergründe des Begriffs „Umsiedler“, wie die Vertriebenen in der DDR genannt wurden, und regte den Diskurs über die Bezeichnung „Flüchtlinge“ an.

Wir bedanken uns bei Herrn Oltmer für den Besuch in der Ursulaschule. Es war etwas Besonderes, einem Historiker zuhören zu dürfen, dessen Name den meisten bis jetzt nur aus dem Unterricht bekannt war.

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