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Exkursion zur Gedenkstätte Augustaschacht

Am Morgen des 26. Februar 2019 machten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a auf den Weg zum Augustaschacht. In Begleitung von Frau Behrensmeier und Herrn Koltermann fuhren die meisten Schüler mit dem Linienbus um 7:50 Uhr nach Holzhausen und mussten eine „kleine“ Wanderung durch den Hüggel bis zum Augustaschacht hinlegen. Ganz im Gegenteil zu den Schülern, die im näheren Umkreis wohnen und erst um 9:30 Uhr auf erschöpfte Gesichter und frierende Mitschüler trafen.

Vor Ort bekamen wir eine Führung von der Historikerin Dr. Ute Vergin. Zuerst erzählte sie uns etwas über die verschiedenen Funktionen der heutigen Gedenkstätte. Ungefähr ab dem Jahr 1876 wurde der Augustaschacht als Pumpanlage, also Wasserschacht, genutzt und gehörte, wie auch heute noch, zu der Firma Klöckner in Georgsmarienhütte. Während des Zweiten Weltkriegs verwendete man die Anlage jedoch als Arbeits- und Erziehungslager, in dem viele Kriegsgefangene auf brutalste Art und Weise gequält wurden. In diesem Zusammenhang erzählte die Historikerin uns etwas über Zwangsarbeit. Durch einen Vortrag einer Mitschülerin, der zur Vorbereitung auf den Augustaschacht-Besuch diente, waren wir zu diesem Thema bereits gut informiert.

Im Gebäude hielt Frau Dr. Vergin einen Vortrag über Zwangsarbeiter anhand von Zeitzeugenberichten der Niederländer Marc und Jan Edelstein. Die Brüder wurden im Alter von 16 und 19 Jahren nach Bramsche deportiert, um dort Zwangsarbeit zu verrichten. Während Jan nach einer Krankheit ins Krankenlager gebracht wurde und nach seiner Krankheit als Dolmetscher dort blieb, wurde Marc wegen eines Fluchtversuches ins Arbeits- und Erziehungslager Augustaschacht gebracht. Dort wurde er körperlichen und physischen Schmerzen ausgesetzt und musste zusehen, wie seine Mitleidenden durch mentale Erschöpfung oder Folter einen schrecklichen Tod erleiden mussten. Marc war einer der wenigen Männer im Alter von 15 bis 50 Jahren, die die Bedingungen, die vergleichbar mit denen eines Konzentrationslagers waren, überlebt haben.

Im Nachhinein, etwa 60 Jahre später, haben Jan und Marc diese Zeit unterschiedlich verarbeitet. Während Jan die Zeit als großes Abenteuer ansah und es wichtig findet darüber zu reden, wollte sich Marc, nach einem zweiten Besuch im Augustaschacht, komplett von den grausamen Erlebnissen trennen.

Jan und Marc sind nur zwei Beispiele von vielen individuellen Schicksalen in dieser Zeit, die auch durch kein Geld der Welt zu entschädigen sind. Als wir am Ende der Führung noch einmal über das Gelände gingen und wir alle ein beklemmendes Gefühl hatten, erzählte uns Dr. Ute Vergin, dass Mitverantwortliche und Haupttäter im Augustaschacht für das, was sie anderen Menschen zugefügt hatten, eine viel zu geringe Strafe bekamen und teilweise sogar gar nicht bestraft wurden.

Nach den Kriegszeiten diente das Gebäude in Hasbergen noch als Unterkunft für Flüchtlinge aus dem Osten. Heute gehört der Wasserschacht zwar noch zu Klöckner, die Anlage an sich dient aber größtenteils als Gedenkstätte, um schreckliche Zeiten, wie die des Zweiten Weltkrieges, nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Fotos: Hannah Wulftange

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