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Die neue Seidenstraße

Besondere Zeiten erfordern besondere (Veranstaltungs-)Formate. So kam der Prüfungskurs Politik-Wirtschaft nach der letzten Klausurenphase an einem Abend Mitte März virtuell mit Steffen Meiners zusammen, um von ihm einen Einblick in die Thematik der neuen Seidenstraße zu erhalten und die Vor- und Nachteile dieses weltumspannenden Infrastruktur-Projekts zu diskutieren. Thematisch eingebettet war diese Veranstaltung in das Semesterthema „Chancen und Risiken weltwirtschaftlicher Verflechtungen“.

Steffen Meiners war selbst Schüler der Ursulaschule und ist bei dem Osnabrücker Logistikdienstleister Hellmann Worldwide Logistics als Key Account Operation Manager in der Abteilung Rail Solutions International tätig.

 

Zunächst stellte Steffen Meiners die Transportwege der Logistikbranche zwischen China und Europa vor und welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf diese hat. Zum Beispiel seien zu Beginn des Lockdowns zunächst die Transportkosten für die Luftfracht enorm gestiegen und die Seefracht sei nicht in der Lage gewesen, den gestiegenen Bedarf an den größtenteils in China produzierten Hygieneartikeln sowie an Büromöbeln und technischen Geräten alleine abzufertigen.

 

Dadurch habe der internationale Schienengüterverkehr einen enormen Aufschwung zwischen beiden Destinationen erlebt. Gegen Ende des vergangenen Jahres habe es dann einen allgemeinen Anstieg der Frachtraten gegeben, der sich besonders stark bei der ansonsten eher günstigen Seefracht gezeigt habe. Grund dafür sei ein nie da gewesener Containermangel, der zu einer gewaltigen Verteuerung der Container geführt habe und sich dann entsprechend auch in den Frachtkosten widergespiegelt habe. Aber auch die unterschiedliche weltweite Ausbreitung des Corona-Virus habe 2020 eine wichtige Rolle in der Logistikbranche gespielt. So hätten in einigen US-amerikanischen Häfen, wie z.B. Los Angeles, die Containerschiffe angesichts der angespannten Corona-Situation in den USA nicht abgefertigt werden können, wodurch es zu langen Wartezeiten vor den Häfen gekommen sei.

 

Im Weiteren erläuterte Steffen Meiners die Besonderheiten der Routenführung sowie die Ausgestaltung der neuen Seidenstraße und die damit intendierten Ziele der chinesischen Regierung. Anhand einer Grafik konnte dabei die Unpaarigkeit der Verkehre zwischen China und Europa nachvollzogen werden. Konkret bedeutet dies, dass mehr als doppelt so viele Züge von China nach Europa verkehren wie von Europa nach China.

 

Anschließend wurde gemeinsam das Für und Wider der neuen Seidenstraße erörtert. Einerseits wurde die Schaffung einer Schienenverbindung zwischen China und Europa als kosteneffiziente, schnelle sowie umweltfreundliche Alternative zur Verschiffung der Güter gesehen. Zudem biete die neue Seidenstraße Binnenstaaten die Teilnahme am internationalen Handel.

 

Andererseits wurde aber auch die Billigung des Ausbaus der Machtposition Chinas und die steigende Abhängigkeit von China diskutiert. In diesem Zusammenhang wurde auch kritisiert, dass der Bau der neuen Seidenstraße größtenteils durch chinesische Firmen durchgeführt werden würde, bei denen die Einhaltung von europäischen Umwelt- und Sozialstandards nicht zwangsläufig gewährleistet sei.

 

Trotz der Kritik und der Probleme des Projekts waren die Schüler sich mehrheitlich darüber einig, dass die Beziehungen zu China zukünftig aufrechterhalten werden müssten. Sie plädierten allerdings für eine gemeinsame Strategie und Engagement der Europäischen Union und weiterer Staaten, um die Machtposition Chinas zu begrenzen und auf die Einhaltung von Werten und Standards zu drängen.

 

Abschließend sprachen sich die Schüler für eine Wiederholung dieses Formats in den nächsten Jahren aus, da es einen interessanten und informativen Einblick gab und die Schüler in hohem Maße beteiligt wurden.

 

C. Koltermann

Letzte Änderung am

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