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Eremitin Maria-Anna Leenen

Am Dienstag, 27. Oktober 2020, fuhr unsere Klasse 8d nach Bippen. Dort besuchten wir eine der wenigen Eremitinnen Norddeutschlands. Maria-Anna Leenen erzählte uns viel über ihr Leben, zum Beispiel, dass sie als junge Frau viel gefeiert hat.

Wir fanden das sehr erstaunlich, da wir davon ausgegangen waren, dass eine Eremitin streng gläubig aufgewachsen wäre. Stattdessen war Frau Leenen am Anfang ihres Lebens Protestantin und hatte mit der Kirche kaum zu tun. Nachdem sie sich vorgestellt hatte, durften wir ihr unsere Fragen stellen. Ein Mädchen fragte, wie es dazu kam, dass sie erst zu der katholischen Kirche konvertierte und dann den Weg als Eremitin einschlug.

 

Frau Leenen schilderte, dass sie wie viele junge Menschen damals, in den 1980er-Jahren schnell reich werden wollte. Dafür leitete sie mit einem Freund in Südamerika eine Wasserbüffelfarm. Von sich berichtete Frau Leenen, eine echte Leseratte zu sein, der dort die Bücher ausgingen. Ihr damaliger Chef gab ihr ein Buch über Marienerscheinungen. Anfangs fragte sie sich, was sie mit dem Buch solle, da Protestanten Maria nicht als Heilige verehren. Eine Textstelle des Buches jedoch veränderte ihr Denken über Gott und Religion vollkommen: „Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14, 6a).

 

Dieser Ausspruch gab den Ausschlag. Sie wollte Jesus ganz und gar! In Deutschland zurück schlich sie sich anfangs in die katholische Kirche. Bis sie den Mut fand, ihrem Bruder zu sagen, dass sie konvertieren möchte. Sie trat in einen sehr strengen Orden in Münster ein. Es gab sogar noch Gitterstäbe vor den Fenstern. Ihre Novizenmeisterin half ihr, die Berufung als Eremitin zu erkennen. Frau Leenen fand eine ehemalige Flüchtlingsbaracke. Ein „Donnerbalken“ war ihre Toilette und das Leben ohne regelmäßiges Einkommen war sehr hart. Sie wandte sich an Bischof Ludwig Averkamp. Er ermutigte sie, ihren Weg weiterzugehen und versprach Unterstützung.

 

Frau Leenen zog in ein fast zerfallenes Heuerhaus, ihr jetziges Zuhause. Ihr Bruder gründetemit einigen Freunden vor einigen Jahren einen Förderverein, der kürzlich die Renovierung des baufälligen Daches bezahlte. Frau Leenens Einkommen liegt unter dem Existenzminimum. Sie arbeitet als freie Autorin, lebt von angebautem Gemüse und Spenden.

 

Nachdem alle Fragen beantwortet waren, durften wir das Häuschen betreten. Das Herzstück ist die kleine Kapelle. Wir alle empfanden die Kapelle als sehr gemütlich und heimelig. An den Wänden sind Sprüche und Zeichnungen, z.B. in griechischer Schrift „Jesus Christus siegt“. Danach gingen wir durch die Küche wieder nach draußen. Dort durften wir ihre Ziegen füttern. Frau Leenen nutzt die Tiere nicht zum Schlachten oder zum Milchgeben, sondern sieht in ihnen die Schöpfung Gottes. Nach einer kleinen Stärkung bedankten wir uns für den außergewöhnlichen Einblick. Als Eremitin widmet Frau Leenen ihr Leben Gott, der Schöpfung und den Menschen.

 

In Ankum angekommen gönnten wir uns ein Eis und besichtigten den Ankumer Dom, der nach dem Heiligen Nikolaus benannt ist. Mit einer Höhe von 97,50 Metern bis zum Wetterhahn hat er den höchsten Dorfkirchturm Deutschlands und wurde 1900 nach einer nur vierjährigen Bauzeit fertiggestellt. Die Außenmauern wurden mit Sandstein aus Üffeln und Ibbenbüren gebaut. Im Inneren wurde der Dom mit rotem Sandstein aus der Eifel ausgeschmückt. Der Taufstein ist ca. 1000 Jahre alt und der Korpus von 1280. Wir dankten unseren Kirchenführern Bernd und Ralf und stiegen in den Bus nach Osnabrück.

 

Am nächsten Tag sprachen wir noch einmal über den Klassenausflug. Am meisten beeindruckt hat uns der tiefe Gottglauben von Frau Leenen.

 

Maximilian Klekamp

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