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Geschichte
„Woher komme ich?“
Diese Frage bewegt (fast) jeden Menschen im Laufe seines Lebens – mal mehr, mal weniger. Sobald jemand anfängt, sich mit dieser Frage intensiver zu befassen, gelangt er unweigerlich mit der Vergangenheit in Berührung. Beim Betrachten alter Fotos entsteht die Frage nach den Biographien von Familienmitgliedern, deren Namen man nur noch Hörensagen kennt. Viele kennen Geschichten, die in der Familie schon seit Generationen weitergegeben werden.
Dieser Eindruck entsteht jedenfalls in den ersten Schulstunden im Fach Geschichte in Klasse 5, wenn Familienstammbäume gezeichnet werden und die Geburtsorte von Großeltern und Urgroßeltern die wechselhafte Geschichte des 20. Jahrhunderts spiegeln – jede noch so individuelle Biographie ist eingebunden in historische Bezüge und Prozesse, deren Vermittlung im Mittelpunkt des Schulfachs Geschichte stehen. Ihre Kenntnis vermittelt wichtige Einsichten in die Bedingtheit menschlicher Existenz und liefert Anregungen für den individuellen Reifungsprozess – sei es durch kritische Infragestellung einerseits, sei es durch Möglichkeiten zur Identifikation andererseits. Die Frage, ob man aus der Geschichte lernen kann, ist zwar umstritten, aber die Beschäftigung mit Geschichte geht an niemandem spurlos vorbei.
Das Schulfach Geschichte wird durchaus differenziert gesehen – viele Schülergenerationen können das aus eigener Erfahrung bestätigen. Es hat bisher alle Reformen überstanden und zählt zu den Fächern, die auch in der Oberstufe belegt werden müssen. Der Unterricht beginnt in Klasse 5 mit einer Wochenstunde; an der Ursulaschule wird das Fach im Allgemeinen halbjährig mit zwei Stunden unterrichtet. Nach einer Einführungsphase beginnt ein chronologischer Durchgang von der Vorgeschichte (Altsteinzeit, Neandertaler, „Ötzi“) über Antike (Griechen und Römer), Mittelalter (Karl der Große, Rittertum, Leben in der Stadt), Frühe Neuzeit (Entdeckung Amerikas, Reformation), Neuzeit (Revolutionen, Nationalstaaten, Nationalsozialismus) bis hin zur Geschichte des ausgehenden 20. Jahrhunderts (Fall der Mauer, Zerfall der UdSSR) – um nur einige wenige Stichworte zu nennen. Von Klasse 6 bis 10 begleitet zweistündiger Geschichtsunterricht den Alltag eines jeden Schülers, in der 11. Klasse seit dem Schuljahr 2005/06 ergänzt durch das Fach Politik/Wirtschaft. Die Osnabrücker Stadtgeschichte bietet dabei immer wieder Möglichkeiten zur Verknüpfung – die Sage vom Löwenpudel aus der Zeit Karls des Großen, die mittelalterliche Stadtentstehung, der Westfälische Frieden, das Heger Tor, der 9. November 1938 sollen hier als Beispiele genügen.
Das 2005 erstmals durchgeführte Zentralabitur setzt die bisherige Praxis fort, nach der in den beiden letzten Schuljahren noch einmal eine intensive Beschäftigung mit unterschiedlichen Schwerpunkten erfolgt. Im Schuljahr 2005/06 standen für die 12 die Themen „Die USA von der Staatsgründung bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts“ sowie „Kontinuität und Diskontinuität deutscher Außenpolitik 1914 – 1945“ auf dem Programm, die Jahrgangsstufe 13 befasste sich mit der „Herausbildung Deutschlands und Europas im Mittelalter“. Die Formulierungen lassen erkennen, dass es hier weniger um den Erwerb von Faktenwissen geht, sondern vor allem um die Vermittlung struktureller Zusammenhänge, deren Kenntnis zum Verstehen heutiger politischer Abläufe beiträgt.
Nach der jüngsten Oberstufenreform, die ab dem Schuljahr 2006/2007 gilt, ist es möglich, einen gesellschaftswissenschaftlichen Schwerpunkt zu wählen, in dem Geschichte und Politik-Wirtschaft die beiden ersten, vierstündig unterrichteten Schwerpunktfächer bilden. Darüber hinaus kann Geschichte in vierstündigen Kursen in allen Schwerpunkten als mündliches oder schriftliches Prüfungsfach angewählt werden. Alle anderen SchülerInnen müssen zwei mindestens zweistündige Geschichtskurse in die Qualifikationsphase für die Abiturprüfung einbringen.
Es soll nicht verschwiegen werden, dass es auch SchülerInnen gibt, die mit dem Fach Geschichte hadern: Jahreszahlen und Quellenanalysen bringen so manchen zur Verzweiflung.... Nicht jeden interessieren die Ursachen für den Untergang z. B. des Römischen Reichs. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gegenwart sich nicht ohne ihre historischen Wurzeln erschließen lässt. Wer begreifen will, warum die Amerikaner sich heute weltpolitisch betätigen und nicht in einfache Schwarz-Weiß-Bilder verfallen will, muss sich in die Welt des 17. und 18. Jahrhunderts einarbeiten. Wer Fragen an die Funktionsweise das heutigen politischen Systems der Bundesrepublik hat, findet sich bei der Suche nach Antworten früher oder später in der Geschichte des Mittelalters wieder.
Sich mit geschichtlichen Strukturen zu befassen, bedeutet, über den eigenen Tellerrand hinauszusehen, sich auseinanderzusetzen mit dem, was – über eine unterschiedliche lange Zeit hinweg – individuelle wie deutsche Identität geprägt hat. In unserer heutigen globalisierten Welt ist das Wissen darum unerlässlich. Viele Austauschschüler berichten von ihren Erfahrungen im Ausland, wenn sie als Deutsche auf die nationalsozialistische Vergangenheit reduziert werden – „Wie ist Deine Einstellung zu Hitler?“ gehört dabei noch zu den harmloseren Fragen.
Im Rahmen der in den Schuljahr 2005/2006 und 2006/2007 durchgeführten Begegnungsprojekte mit weißrussischen und ukrainischen Zeitzeugen der Zwangsarbeit kam es bei der Spurensuche in Osnabrück auch zu Begegnungen, in denen Sätze fielen wie: „Kann man die Vergangenheit nicht endlich mal ruhen lassen?“
Die Antwort ist eindeutig: Nein – die Vergangenheit bleibt immer Teil der Identität, ob man es will oder nicht. Der Dramatiker Shaw hat einmal gesagt: „Wir lernen aus der Geschichte, dass wir aus der Geschichte nichts lernen.“ Dem lässt sich eine Aussage des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker gegenüberstellen: „Wer seine Geschichte nicht kennt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.“ Die Entscheidung über seine individuelle Auseinandersetzung mit Geschichte trifft jeder selbst. Das Fach Geschichte in der Schule liefert nur die Grundlagen dafür.
Mechthild Brebaum-Ersen
Spuren der Gestapo
Kategorie: Geschichte Geschrieben von Hannes Niemann
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Wir, die Klasse 10c, haben am Montag, dem 16. Januar, im Rahmen unseres Geschichtsunterrichts den ehemaligen Gestapokeller im Schloss Osnabrück besucht. Heute ist dort eine Gedenkstätte. Empfangen wurden wir von Herrn Hörnschemeyer, der uns durch den Keller führte. Wir konnten in Kellerräume treten, in denen Menschen während des NS-Regimes von der Gestapo verhört und teilweise auch misshandelt wurden.
Studienfahrt nach Brüssel
Kategorie: Geschichte Geschrieben von M. Brebaum-Ersen
Ziel der Studienfahrt der Leistungskurse Politik und Geschichte im Jahrgang 12 war die europäische Hauptstadt - Brüssel. Neben Besuchen im Europäischen Rat und bei der Europäischen Kommission zählten Begegnungen im europäischen NATO-Hauptquartier (Mons) und im Europäischen Parlament zu den Programmpunkten der Reise. Die Vorträge im SHAPE verschafften u. a. Einblicke in Einsätze in Afghanistan und im Kosovo, deren Berechtigung in keiner Weise in Zweifel gezogen wurde.
Sally Perel an der Ursulaschule
Kategorie: Geschichte Geschrieben von T. Romberg
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Sally Perel, geboren 1925 in Peine, hat als Mensch jüdischen Glaubens den Holocaust überlebt - „versteckt unter der Haut des Feindes“, wie er den Schülern der Ursulaschule nun erzählte. Er flüchtete als Teenager zunächst vor dem Nationalsozialismus. Als er und andere nahe Minsk von Wehrmachtssoldaten gestellt wurden, gab er vor, „Volksdeutscher“ zu sein.
Revolution in der Ursulaschule!
Kategorie: Geschichte Geschrieben von M. Klauss, H. Weßling
Warum steht draußen, vor dem Physikhörsaal der Ursulaschule, eine Guillotine?
Einmal Ukraine und zurück
Kategorie: Geschichte Geschrieben von Ann-Kathrin, Ann-Katrin, Maryana, Karla, Stephan
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Würde man mich fragen: ,,Was hat dir am besten in der Ukraine gefallen? ’’, ich würde wahrscheinlich antworten: „Ist doch klar, die Parade in Sewastopol... und das Treffen mir den Zeitzeugen... oder aber auch die Begegnung mit den ukrainischen Schülern und der anderen Lebensweise auf der Krim. Gut haben mir aber auch das Essen, das viele Essen, die vielen Sehenswürdigkeiten gefallen. Ich weiß nicht, was genau am besten war!“
Als wir uns am Flughafen Münster/Osnabrück trafen, wussten wir alle nicht, was uns erwartet.
Unseren ersten Eindruck von der Ukraine bekamen wir in der ukrainischen Hauptstadt, Kiew: Wir waren überrascht, wie groß, modern und eindrucksvoll alles war.
Spätabends stiegen wir dann in einen typisch ukrainischen Zug (d.h. kleine, enge Abteile mit 4 Betten, warm, aber trotzdem gemütlich), mit dem wir 16 Stunden lang nach Simferopol gefahren sind.
Am Bahnhof haben uns die Gastfamilien freundlich und herzlich erwartet. Man konnte sowohl uns als auch den Gastschülern die Freude auf das gemeinsame Projekt ansehen! Und so begann eine programmreiche Woche.
Bevor es zur eigentlichen Projektarbeit kam, bekamen wir eine Stadtführung durch Simferopol: große Stadt, viel Verkehr, Straßen mit riesigen Schlaglöchern, Ampeln, die keiner beachtet , und viele Menschen, Gedenkstätten, Statuen.
Sonntag (ein Blick aus dem Fenster): Regen! Na toll! Und der Satz der ukrainischen Schüler im Hinterkopf: „Hier regnet es nie!“
Aber o.k., wir machten uns auf zum Khanspalast und hatten einen megalustigen Tag mit Verkleiden und einer Wanderung hinauf zur Höhlenstadt im strömenden Regen.![]()
Am Dienstag nach ausführlicher Projektarbeit besuchten wir endlich die Zeitzeugen Igor Konstantinowitsch, Kim Assanovitsch, Ewgenia Malanina, die uns herzlich empfingen. Ihre Erzählungen waren wirklich eindrucksvoll und bewegend! So konnten wir erfahren, was sie vor, während und nach dem Krieg u.a. in Deutschland erlebt hatten. Sie berichteten uns viele interessante Dinge aus ihrem Leben und beantworteten alle Fragen sehr ausführlich. Außerdem mussten wir feststellen, dass sie die Unterhaltung gern weitergeführt hätten und sich nur schwer von uns trennen mochten. Um so größer war die Freude, als wir Igor am 9. Mai bei der alljährlichen Parade zur Feier des Kriegsendes und zu Ehren der Veteranen in Sewastopol wiedersahen. Bezüglich der Parade lässt sich noch sagen: Eine sehr große Anzahl an Menschen stand am Straßenrand, um den Veteranen Blumen zu überreichen und sie mit den Worten [spassiba] ,,Danke’’ und ,,Hurra’’ zu ehren. Dieser sonnige Tag (T-shirt-Wetter ) endete mit einem riesigem Feuerwerk, das alle begeisterte.
Jedoch war dies auch der letzte Abend in der Ukraine und so waren wir etwas traurig, dass dieser Teil des Projektes schon zu Ende sein würde.
Am nächsten Tag hatten wir auf der Rückfahrt (16 Std. Zug) - nach einem zum Teil tränenreichen Abschied - Zeit, die Woche Revue passieren zu lassen. Dabei dachten wir gerne an den Tag in Jalta zurück, denn es war interessant, den Palast zu sehen, in dem in der Konferenz von Jalta über das Schicksal Deutschlands entschieden wurde. Auch erinnerten wir uns an den super Ausblick über das Schwarze Meer, den wir genießen konnten, als wir in Balaklava auf einen Berg geklettert sind, und an die ausgelassene Stimmung der ukrainischen und deutschen Schüler bei der Bootstour.
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Eigentlich kann man sagen, dass diese Reise unbeschreiblich war; wir freuen uns auf den 2. Projektteil, wenn die ukrainischen Zeitzeugen und Schüler im Herbst nach Osnabrück kommen werden.
Schöne Grüße
Ann-Kathrin, Ann-Katrin, Maryana, Karla, Stephan
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 08. März 2012 13:46
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